Islamisten töten Journalisten
Ein Jahr nach dem Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift »Charlie Hebdo« hat Reporter ohne Grenzen (ROG) islamistischen Gruppierungen die gezielte Verfolgung kritischer Journalisten vorgeworfen. Der sogenannte Islamische Staat (IS) bezeichne kritische Journalisten offen als militärische Ziele und stelle sie auf eine Stufe mit feindlichen Kämpfern, erklärte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr in Berlin. Und betonte: Brutale Gewaltvideos seien »nur ein kleiner Teil der sehr professionell betriebenen Propagandamaschinerie des IS, die Anhängern ein islamistisches Utopia vorgaukelt«. Dieser Propaganda mit vielseitigen, ausgewogenen Informationen zu begegnen, statt im Kampf gegen den Terror die Pressefreiheit einzuschränken, sei die Herausforderung, vor der die internationale Staatengemeinschaft stehe. In dem Bericht wird »das ausgeklügelte System der Medienlenkung und Propaganda« dargestellt: Verbot der Berichterstattung in bestimmten Zonen, absolute Kontrolle journalistischer Arbeit, exzessive Gewalt gegen kritische Berichterstatter. Nach der Eroberung der irakischen Stadt Mossul habe der IS beispielsweise binnen 16 Monaten 48 Medienschaffende entführt und 13 ermordet, hieß es weiter.
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