Projekt im Tierheim
Kinder lesen Katzen vor
Der Fantasyroman ist 500 Seiten dick. Nele schleppt ihn zum Vorlesen ins Münchner Tierheim. Zu ihrem Publikum muss sie sich erst durchwuseln. Vorbei an Menschen und Metallnäpfen mit Trockenfutter. An den Glasscheiben der Katzenzimmer kleben die Abdrücke neugieriger Kindernasen. Es ist Besuchertag. Erst als Nele die Tür zum Zimmer der Kater Zeki und Pippa hinter sich schließt, wird es ruhiger. Die Zwölfjährige setzt sich zwischen Kratzbäume und bunte Decken auf den Boden, die beiden Kater kuscheln sich an sie. Kaum hat Nele begonnen vorzulesen, blättert sie die erste Seite ihres Romans »Silent Secrets« um. »Ich lese ziemlich schnell und holprig«, sagt sie. Von den Katzen will sie lernen, ruhiger zu werden.
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