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Chronisch krank
Eine Krankheit, die alles verändert

Nach einer Covid-Infektion lebt Jana Petersen mit ME/CFS. Oft geht nicht mehr als liegen und atmen. Seitdem fragt sie sich oft: Was wäre, wenn nicht Stärke, sondern Verletzlichkeit und Abhängigkeit zum Maßstab für unsere Gesellschaft würden?
von Jana Petersen vom 04.02.2026
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Leben mit ME/CFS: Reizabschirmung, Dunkelheit und Ruhe sind für viele Betroffene überlebenswichtig – selbst kleinste Belastungen können einen schweren Rückfall auslösen. (Foto: Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V. / Reinhard Balzer)
Leben mit ME/CFS: Reizabschirmung, Dunkelheit und Ruhe sind für viele Betroffene überlebenswichtig – selbst kleinste Belastungen können einen schweren Rückfall auslösen. (Foto: Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V. / Reinhard Balzer)

Mein rechter Arm ist lahm, ich spüre es sofort. Gestern habe ich eine Geranie auf dem Balkon eingepflanzt, jetzt kann ich den Arm nicht mehr heben. Ich putze mir die Zähne mit der linken Hand. Letzten Donnerstag war ich für eine halbe Stunde draußen. Ich bin 900 Meter gegangen und habe vor einem Café gesessen. Das hat mich so erschöpft. Seitdem kann ich meine Wohnung nicht verlassen. Ich telefoniere 20 Minuten mit meiner Schwester. Ich lege auf, falle zurück aufs Bett, stopfe mir Ohropax in die Ohren und schließe die Augen. Ich atme und warte darauf, dass sich mein Herzschlag wieder beruhigt. Atmen, mehr geht nicht. Und selbst wenn mehr ginge: Mehr darf ich nicht, wenn ich heute, morgen und vielleicht die ganze Woche noch irgendwas anderes machen will als liegen und atmen.

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