Kleines Senfkorn Hoffnung
In einem Offenen Brief an den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz (Wortlaut Seite 9) haben neun prominente Katholiken – Frauen und Männer aus Wissenschaft, Politik und Theologie – Reformen angemahnt. Statistisch gesehen, tendiert die Chance auf Erfolg gegen Null. Das Kirchenvolksbegehren liegt fast 25 Jahre zurück, die »Kölner Erklärung« jährt sich zum 30. Mal, die »Würzburger Synode« kennen die meisten bestenfalls aus Erzählungen. Der plakative Aufschrei der Basis, die detaillierte Kritik der Professoren, die gemeinsamen Erörterungen von Bischöfen und Laien – alles verlief mehr oder weniger im Sande. Bislang obsiegten stets die Kritiker der Kritiker mit ihrer Behauptung, der innerkatholische Dauerstreit sei lediglich eine Nabelschau. Schaut zur evangelischen Kirche, sagen sie. Sie kennt Synoden und Frauenpriestertum – treten deshalb weniger Menschen aus? Schaut zu den Anglikanern: Sie haben Homosexuelle in höchsten Ämtern – und sind darüber heillos zerstritten. Ergo könne dies kein Vorbild für Reformen sein.
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