Zur mobilen Webseite zurückkehren

Kolumne von Anne Lemhöfer
Patsch und wisch

vom 08.02.2019
Artikel vorlesen lassen

Es ist immer dasselbe Bild: Kinder, die bewegungslos auf der Couch sitzen, in ein Buch vertieft. Die heimlich, wenn die Eltern sie am Computer wähnen, mit dem Füller einen Brief an die beste Freundin schreiben. Die Bildschirmkompetenz der Kinder ist ein großes Konfliktthema in vielen Familien. »Ich schaffe es nicht einmal, ihn eine halbe Stunde täglich ans I-Pad zu bekommen«, gesteht eine Mutter, die lieber anonym bleiben will. Stattdessen finde sie immer wieder stark zerlesene Bücher der verstorbenen britischen Autorin Enid Blyton im Ranzen ihres Sohnes. Der Junge habe es sogar geschafft, die Jugendschutzbestimmungen zu umgehen und sich mit ihrer gefälschten Unterschrift einen Ausweis der Stadtbibliothek zu besorgen. Sie zeigt ein Mathematikheft des Kindes: »Schauen Sie hier, dieses handschriftliche Gekrakel! Kein Wunder, dass wir die Kinder nicht für moderne Technik begeistern können, wenn die Schulen so mittelalterlich arbeiten.« An Weihnachten habe die Oma Stunden damit verbracht, dem Enkel zu erklären, dass seine angefangene E-Mail keineswegs »plötzlich weg«, sondern im Entwürfe-Ordner gespeichert sei: »Wie soll Deutschland da zukunftsfähig bleiben?«

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0