Sehnsucht der Entwurzelten
Roman. »Es ist leichter, sich an nichts zu erinnern und eine bereits veränderte Welt zu betreten, als die Verwandlung mit eigenen Augen zu sehen«, meint Alia. Sie ist Mitte zwanzig, hat vor Kurzem geheiratet und muss 1967 aus dem Westjordanland nach Kuwait fliehen – es ist bereits die zweite Vertreibung in ihrem Leben. Um Heimat und die Sehnsucht nach Vergangenem geht es in dem Roman »Häuser aus Sand« von Hala Alyan. Sie porträtiert vier Generationen einer palästinensischen Familie von 1963 bis 2014. In jedem Kapitel blickt die Autorin einem anderen Familienmitglied über die Schulter, springt von Jahrzehnt zu Jahrzehnt und beschreibt feinfühlig die unterschiedliche Perspektive. Unaufgeregt hält Hala Alyan die kleinen Augenblicke fest, Momente des Familienalltags. Sie erzählt vom Älterwerden und verpassten Träumen, von Rastlosigkeit und Nestbauen. Aber auch von der Kraft der Religion, von Radikalisierung und Extremismus.
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