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Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,

vom 11.02.2022
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als Kind war ich leidenschaftlich gern Sternsingerin und zog am 6. Januar mit anderen Kindern meiner Pfarrei als »Heilige Drei Könige« von Haus zu Haus. Am liebsten war ich »Kaspar«, denn der wurde schwarz geschminkt. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Ganz anders, als ich als Erwachsene die Sternsinger-Aktion begleitete und zu dieser Zeit auch mit Geflüchteten aus Syrien, Somalia und Eritrea in Kontakt war: Es war einfach klar und bedurfte keiner Diskussion, dass wir kein weißes Kind schwarz schminken würden. Das wäre mehr als merkwürdig und unpassend gewesen. Da hatte sich einiges verändert – durch das Zusammenleben mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe, aber auch durch gesellschaftliche Debatten. Ich finde es gut, dass das so ist. Gemeinsam mit meiner Kollegin Nana Gerritzen habe ich mich anlässlich des zweiten Jahrestages des Hanau-Attentats intensiv mit Rassismus beschäftigt. Dabei ist mir klargeworden, wie sehr dieses Thema auch mich angeht, dass Jesus eine »Person of Color« war und dass sich die Kirchen hierzulande viel mehr ihres eigenen Rassismus bewusst werden sollten (Seite 12).

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