Imame spitzeln – ist ihr Verband unschuldig?
Haben Imame in Deutschland ihre Gemeindemitglieder bespitzelt und vermeintliche Gülen-Anhänger nach Ankara gemeldet? Dieser Verdacht steht seit Wochen im Raum und hat sich bestätigt. Mitte Februar gab es Razzien in den Wohnungen von vier Geistlichen; weitere stehen unter Verdacht (Publik-Forum, 3/2017, S. 36). Die Ditib (die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.), größter Moscheeverband in Deutschland, sieht sich selbst von diesen Vorgängen nicht berührt. Der Verfassungsschutz habe zwar 13 Ditib-Imame und einen stellvertretenden Koordinator aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ausfindig gemacht, die Spitzelberichte an die türkische Religionsbehörde Diyanet geschickt hätten. Doch »eine direkte Einbindung der Ditib als Organisation« habe es nicht gegeben.
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