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Öl und andere Katastrophen

Vor der Küste Guyanas lagern riesige Öl- und Gasvorkommen. Exxon hat mit der Erschließung begonnen und erwartet große Gewinne. Das Land kann nur verlieren. Das Klima sowieso.
von Ulrike Scheffer vom 01.04.2021
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Einzigartig: Große Teile Guyanas sind mit teils unberührtem Regenwald bedeckt. Doch der Klimawandel verändert das Ökosystem schon heute. (Foto: urgewald/Tom Vierus)
Einzigartig: Große Teile Guyanas sind mit teils unberührtem Regenwald bedeckt. Doch der Klimawandel verändert das Ökosystem schon heute. (Foto: urgewald/Tom Vierus)

Von Sassenberg haben sie bei Exxon vermutlich noch nie etwas gehört. Doch in dem kleinen Städtchen im Münsterland gibt es jemanden, der sehr genau verfolgt, was der Ölmulti so treibt: Ute Koczy, früher Bundestagsabgeordnete der Grünen, heute Mitarbeiterin der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald. Die Organisation hat ihren Sitz in einer barocken Backsteinvilla, die sich der erzbischöfliche Kanzler Engelbert Schücking Ende des 18. Jahrhunderts gleich gegenüber der Sassenberger Pfarrkirche bauen ließ. Kurz bevor die Pandemie im vergangenen Jahr die Welt lahmlegte, verließ Ute Koczy ihr Büro in Haus Schücking und reiste nach Guyana. Exxon plant dort Großes. Gemeinsam mit zwei Partnern will der Konzern ein riesiges Ölfeld vor der Küste des südamerikanischen Landes erschließen. Ute Koczy hält das Projekt vor allem für einen riesigen Skandal, den die Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen hat. Das möchte sie ändern, denn das Ölprojekt schadet dem Klima, gefährdet das Ökosystem Guyanas und ist wirtschaftlich keineswegs lukrativ für das Land. Ganz im Gegenteil. Besonders brisant: Die Weltbank unterstützt das Vorhaben, obwohl das ihrer Ankündigung widerspricht, Öl- und Gasprojekte nicht mehr zu fördern.

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