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Mythen in der Sozialdebatte
Wird der Sozialstaat wirklich kaputtgespart?

Die Mittelschicht geht vor die Hunde – solche Mythen halten sich hartnäckig, nur stimmen sie oft nicht. Es wäre schon viel gewonnen, wenn wir uns über die richtigen Probleme aufregten.
von Georg Cremer vom 04.03.2026
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(Zeichnung: Thomas Plassmann)
(Zeichnung: Thomas Plassmann)

Das gilt als sicher: Die Armen werden immer ärmer. Die soziale Schere geht immer weiter auseinander. Die Mittelschicht schrumpft. Die Bewältigung von Lebensrisiken wird immer mehr dem Einzelnen überlassen. Aber stimmt das alles auch? Die Debatte zu Sozialstaat und Sozialpolitik wird geprägt durch zahlreiche Mythen oder Halbwahrheiten. Sie gelten als so selbstevident, dass sie keiner Überprüfung oder Differenzierung zu bedürfen scheinen. In der gegenwärtigen Debatte um die Zukunft des Sozialstaats spielen diese Mythen eine wichtige Rolle: bei denen, die den Status quo erhalten wollen, wie bei jenen, die, zumindest rhetorisch, die Kettensäge schwingen. Einige dieser Mythen sollen hier kritisch hinterfragt werden. Oft enthalten sie ein Korn Wahrheit, weil sie reale Probleme der sozialstaatlichen Sicherung ansprechen, die eine differenzierte Betrachtung verdienten. Aber sie stehen dennoch einer lösungsorientierten Debatte im Wege.

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