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Selbsthilfe statt Hartz IV

Alle in der sozialistischen Wohngemeinschaft bekommen 150 Euro Taschengeld
von Ulrike Scheffer vom 13.03.2020
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Hilfe zur Selbsthilfe gilt als beste Form der Unterstützung für Entwicklungsländer. Die Empfänger sollen langfristig auf eigenen Beinen stehen und von Zuwendungen unabhängig werden. Rainer Kippe findet, dass genau das auch für Menschen in Deutschland gelten sollte, die in soziale Notlagen geraten sind. »Niemand sollte von Hartz IV leben müssen«, sagt der 76-Jährige. In einer ehemaligen Fabrik in Köln-Mülheim lebt Kippe gemeinsam mit anderen vor, wie das gehen kann. 28 Menschen wohnen und arbeiten dort in einer ungewöhnlichen Gemeinschaft. Frauen, Männer, Alte, Junge, Geflüchtete, ehemalige Obdachlose und einer, der kürzlich aus der Haft entlassen wurde, haben in der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim ein Zuhause gefunden. Jeder bewohnt ein eigenes Zimmer und erhält 150 Euro Taschengeld im Monat. Mittags wird gemeinsam gekocht. »Und wer selbst nichts hat, findet morgens einen frischen Kaffee und ein Stück Brot in der Küche«, sagt Kippe.

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