Kirchenasyl
Das Wunder von Dinklage
Hamo ist voller Hoffnung, als er an das Klostertor klopft. Dem 24-jährigen Eziden – so, und nicht »Jesiden« nennen sich die Angehörigen dieses Volkes selbst – droht die Abschiebung nach Rumänien. Er hat gehört, dass die christlichen Schwestern Menschen wie ihm helfen. In Deutschland leben schon Verwandte von ihm, hier will er bleiben. Eine Schwester im schwarzen Ordensgewand öffnet ihm. Sein Begleiter erklärt, dass Hamo den Völkermord des IS an den Eziden im Nordirak überlebt habe, dass er mit Frau und zwei kleinen Kindern in kurdischen Flüchtlingslagern gelebt habe und von dort nach Deutschland fliehen wollte. Doch seine Fingerabdrücke seien in Rumänien erfasst worden. Ob er Kirchenasyl bekommen könne? Hamo Shamo erinnert sich: »Die Schwester hat fast geweint, als sie sagte: ›Wir haben keinen Platz. Es tut mir so leid.‹« Sein Begleiter bestellt ein Taxi zurück zum Bahnhof.
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