Atomarer Brandherd
Der Syrienkrieg mit seinen Zehntausenden zivilen Opfern ist an sich schon schlimm genug. Doch nun droht die Eskalation des Krieges zu einem großen Krieg im Nahen Osten. Die türkischen Truppen haben die türkisch-syrische Grenze überschritten und – mit deutschen Leopard-Panzern – Afrin eingenommen, das bisher unter der Herrschaft der kurdischen YPG stand. Damit verstärkt sich die internationale Konfrontation: Das Nato-Mitglied Türkei marschierte in Syrien ein, weil Präsident Recep Tayyip Erdogan die Gründung eines unabhängigen Kurdenstaates auf syrischem Gebiet und später auch auf türkischem Territorium fürchtet. Die USA, Nato-Partner der Türkei, unterstützen dagegen die Kurden im Kampf gegen den Islamischen Staat. Besonders in Manbidsch kooperieren die Amerikaner eng mit den kurdischen Truppen. Manbidsch aber, das kündigte Präsident Erdogan an, werde sein nächstes Ziel sein. Offiziell rechtfertigt die Türkei ihren Einmarsch in Syrien mit der Begründung, die YPG sei ein Ableger der türkischen Arbeiterpartei PKK und damit wie diese als Terrororganisation einzustufen.
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Hinrich Bartels, geboren 1936, ist Jurist und
Direktor des Instituts für Internationales Recht.
