Leserdebatte
Soll man den strafenden Gott vergessen?
Markus Zehetbauer, der eigentlich das Konzept des gerechten und strafenden Gottes verteidigen will, schreibt am Ende: »Gott wird uns wohl nicht strafen, aber langsam wird der Menschheit bewusst, dass der Zusammenhang von Tun und Ergehen global und unbarmherzig funktioniert.« Warum dann nicht gleich das östliche Karma-Gesetz akzeptieren, das von christlichen Theologen gern als »unbarmherzig« gegeißelt wird? Zumindest befreit es Gott von der undankbaren Rolle, immer den strafenden Richter zu spielen, und ermöglicht ihm, seiner eigentlichen Aufgabe gerecht zu werden: Uns durch seine Liebe hineinzulocken in seinen göttlichen Grund, der auch unser Grund ist. Eugen Drewermanns »Antwort« war vorhersehbar. Ich schätze ihn sehr – aber warum stellt er uns immer als Bettler dar, die absolut auf die Gnade des göttlichen »Souveräns« angewiesen sind? Hat uns Gott nur deshalb so »bedürftig« erschaffen, um dann als großzügiger Gnadenspender dazustehen?Hans Torwesten, Kienberg
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