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Fall Fernandes
Nicht »die anderen Männer«

Sexualisierte Gewalt ist kein Randproblem. Warum Männer mehr tun müssen, als sich für »die Guten« zu halten. Ein Kommentar.
von Anne Strotmann vom 24.03.2026
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Solidarität mit Collien Fernandes: Demonstration gegen sexualisierte Gewalt am 22. März in Berlin. (Foto: pa/Caro Kadatz)
Solidarität mit Collien Fernandes: Demonstration gegen sexualisierte Gewalt am 22. März in Berlin. (Foto: pa/Caro Kadatz)

Wenn ein Fall sexualisierter Gewalt bekannt wird, hört man oft: »Das hätte ich nie von ihm gedacht.« Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, über zehn Jahre in ihrem Namen Fake-Profile erstellt und darüber hinaus pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Dem »Spiegel« liegen Chatprotokolle, Mails und eidesstattliche Erklärungen vor. Auch Fernandes hätte nie gedacht, dass der Mann, den sie liebt, ihr so etwas antun könnte. Das verunsichert viele Frauen in heterosexuellen Beziehungen: Könnte mein Partner zum Täter werden? Frauen beobachten Männer, weil es überlebenswichtig ist: Wie redet er über Frauen, wie reagiert er auf Ablehnung, was findet er witzig, glaubt er mir? Wer Täter reflexhaft verteidigt, bei dem kann sich keine Frau sicher fühlen. Es reicht nicht, wenn Männer betonen, selbst zu den Guten zu gehören. Frauen sind schon erleichtert, wenn sie zumindest zuhören, betroffen nicken, dazulernen.

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