Zeitenwende
Es ist wie so oft in Deutschland: Egal, was passiert – kaum jemand glaubt, dass sich etwas ändern wird. Auch die Umwälzung im christdemokratischen Stammland Baden-Württemberg löst kaum grundsätzliche politische Diskussionen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel spielt weiter auf Zeit und richtet eine Ethikkommission zur Atomkraft ein – so, als sei das Thema ganz neu. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle tritt zwar zurück, doch von einer Programmdebatte in seiner Partei spricht kaum jemand. »Eine Abstimmung über die Atomkraft« seien die Wahlen vom 27. März gewesen, sagt SPD-Chef Sigmar Gabriel und hakt die Verluste seiner Partei schnell ab. Als »Stunde der Heuchler« wertet Johan Schloemann in der Süddeutschen Zeitung den grünen Erfolg: Der Mittelstand lebe von der Autoindustrie, von billiger Energie und wähle grün, um sein Gewissen zu beruhigen.
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