Pro und Contra
Sonderstatus für Stasi-Akten?
Ja, denn das
ist ein einzigartiges Archivgut
Ein besonderes Archivgut bedarf eines besonderen Umgangs. Darum plädiere ich dafür, die Stasi-Unterlagen-Behörde als unverwechselbaren Ort für die Aufbewahrung und Verwaltung der Akten zu erhalten. Die Stasi-Akten wurden 1989 vor der Vernichtung gerettet und friedlich gesichert. Mit der Besetzung der Stasi-Gebäude von Leipzig bis Berlin wurde die wichtigste Machtstütze der SED-Diktatur beseitigt. Damals 1989/90 war eine zentrale Forderung, die Hinterlassenschaft dieser Behörde aufzubewahren. Die Akten sollten einen Sonderstatus bekommen. Damit haben die Menschen ihre Leben, ihre Biografien wieder in die eigenen Hände genommen. Das hat einen tiefen Wert für die Gesellschaft, die Demokratie, die kommenden Generationen. Die Stasi-Unterlagen-Behörde gilt deshalb für viele im ehemaligen Ostblock, aber auch weltweit als Symbol des Endes der Bevormundung und Entwürdigung von Menschen. Sie hat für sie eine Vorbildfunktion und ist im Übrigen weltweit einzig artig.
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Tina Krone, geboren 1957, ist Leiterin des Archivs der DDR-Opposition bei der Robert-Havemann-Gesellschaft in Berlin. Sie gehörte selbst zur DDR-Opposition.
Thomas Krüger, geboren 1959, war Senator in Berlin und vertrat die SPD im Deutschen Bundestag. Seit 2000 ist er Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung.
