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Kritische Anfragen

von Hartmut Meesmann vom 04.05.2012
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Die »hohe Christologie«, also die Vergottung Jesu samt leiblicher Auferstehung, wird heute von einer Reihe von Theologen infrage gestellt. Für den katholischen Religionspädagogen Hubertus Halbfas zum Beispiel liegt ein Grund für die »nicht zu übersehende« heutige Glaubenskrise genau in dieser »Mythisierung« Jesu. Er geht davon aus, dass sich Jesus selbst nie als Messias gesehen hat. »An die Stelle der Reich-Gottes-Botschaft Jesu tritt die Verkündigung des Gekreuzigten und Auferstandenen«, verbunden mit seiner Vergöttlichung, urteilt der emeritierte Hochschullehrer. Dafür macht Halbfas vor allem den Apostel Paulus verantwortlich. Der sei am konkreten Leben Jesu gar nicht interessiert gewesen, sondern nur an der Frage, wie denn der Tod Jesu sinnvoll zu deuten sei. Jesu Anliegen aber sei keine Lehre gewesen, sondern eine Lebensweise. »Die Wahrheit eines Christentums, das der Reich-Gottes-Verkündigung Jesu folgt, überzeugt aus sich heraus«, findet Halbfas. »Diese Wahrheit muss nicht geglaubt, nicht bewiesen und nicht verteidigt werden.«

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