Streit um das Alte Testament
Der an der Berliner Humboldt-Universität lehrende Theologieprofessor Notger Slenczka hat eine heftige Debatte unter evangelischen Theologinnen und Theologen ausgelöst. Denn er fordert, das Alte Testament aus dem Kanon der biblischen Schriften herauszunehmen und lediglich als »apokryph« einzustufen, das heißt: als einen Text, der in der evangelischen Kirche keine normative Geltung beanspruchen sollte. Seine Begründung: Das Alte Testament sei ein Zeugnis »einer ethnisch gebundenen Stammesreligion« mit partikularem Anspruch und werde daher vom universalen Anspruch des Christentums überholt, wie er im Neuen Testament grundgelegt ist. Auch finde sich im Alten Testament keinerlei Theologie, die Jesus und die Kirche verkünde. Zur Sprache kämen religiöse Erfahrungen, insofern sei das Alte Testament »die reli gionsgeschichtliche Voraussetzung« für das Neue Testament.
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