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Historische Stätten
Kein Konstantin, nirgends

In Nicäa, dem heutigen Iznik, wurde vor 1700 Jahren das Glaubensbekenntnis der Christenheit formuliert. Unser Autor hat die türkische Kleinstadt besucht – und war angetan von ihrer Schönheit.
von Marian Brehmer vom 07.06.2025
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(Foto: PA / imageBROKER / Martin Siepmann)
(Foto: PA / imageBROKER / Martin Siepmann)

Vor der Hagia Sophia in Iznik sitzt ein älterer Herr mit Schirmmütze. Im Schatten des Gotteshauses hat er seine Beine auf einer Bank ausgestreckt und lässt schläfrig einen Tesbih, ein islamisches Gebetskettchen, durch seine Finger gleiten. Jede Perle steht für einen der 99 Namen Gottes. Über die Namen und das »Wesen« Gottes ist an diesem Ort viel diskutiert und gestritten worden. Man kann sagen: Hier wurde Religionsgeschichte geschrieben. Zwei Konzilien fanden in Iznik statt, das damals noch Nicäa hieß. Und vor 1700 Jahren wurde hier in philosophischer Sprache erstmals ein christliches Glaubensbekenntnis formuliert, das bis heute konfessionsübergreifend akzeptiert ist. Um das Jubiläum zu feiern, wollte Papst Franziskus mit dem orthodoxen Patriarchen Bartolomaios unbedingt nach Iznik kommen und soll den Wunsch geäußert haben, dass im Falle seines Todes sein Nachfolger der Stadt einen Besuch abstatte. Dass die erste Auslandsreise von Leo XIV. nach Iznik führt, gilt als wahrscheinlich.

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