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Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,

vom 22.06.2018
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dieser Sommer hat es in sich. Schwülheiße Tage wechseln sich ab mit heftigen Gewittern, die jedoch nicht für erfrischend klare Luft sorgen, weil sich sofort das nächste Unwetter aufbaut. Im übertragenen Sinn gilt das auch für den Vatikan. Als die letzte Nummer in den Druck ging, hatten wir geglaubt, dass Papst Franziskus die Missbrauchskrise in Chile zum Anlass für einen reinigenden Neuanfang nimmt und sich als ein »Mann seiner Worte« erweist, so wie dies im gleichnamigen Film von Wim Wenders nahegelegt wird. Dazu gehört auch, dass er ernst macht mit dem von ihm selbst angemahnten Subsidiaritätsprinzip, wonach die nationalen Bischofskonferenzen Probleme vor Ort zunächst selbst lösen sollen. Wir waren überzeugt, dass Franziskus die Mehrheit der deutschen Bischöfe bestätigen würde, die sich für einen kleinen, aber bedeutsamen Fortschritt in der gelebten Ökumene vor Ort einsetzen. Passiert ist das Gegenteil. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf die Entscheidung des Papstes alle, die für eine eucharistische Gastfreundschaft gearbeitet haben. In restaurativen Kreisen löste das »Triumphgeheul« aus. Wir wollen uns damit nicht abfinden. Britta Baas fasst ab Seite 28 den Streit zusammen. Im Anschluss können Sie eine Petition an den Papst unterschreiben: Keine Ausgrenzung am Tisch des Herrn!

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