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Queere Christen
»Auf der Kirchweih grüßt mich keiner«

Reinhild Förtner (67) mag Kirchentage, weil das Publikum da tolerant ist. Anders als bei bei der Kirchweih zu Hause. Dass man auf Formularen nicht nur Mann oder Frau, sondern auch divers ankreuzen kann, findet Reinhild Förtner gut.
von Barbara Tambour vom 04.07.2023
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Ins Theater und in die Kirche geht Reinhild Förtner als elegant gekleidete Frau. (Foto: Christina Gabriel/Pixelmanufaktur-Bamberg.de)
Ins Theater und in die Kirche geht Reinhild Förtner als elegant gekleidete Frau. (Foto: Christina Gabriel/Pixelmanufaktur-Bamberg.de)

Mein Taufspruch lautet: »Fürchte dich nicht, ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen. Du bist mein.« Dieser Bibelvers ist kostbar für mich. Er zeigt aber auch das ganze Problem: Getauft bin ich auf einen männlichen Vornamen. 47 Jahre habe ich als Mann gelebt, habe meine Frau geheiratet, vier Kinder bekommen, in einem Ingenieurbüro gearbeitet. Ich war 47 Jahre alt, als ich begann, mein Mannsein mit anderen Augen zu sehen. Damals tanzte ich Tango. Wie gerne hätte ich in einem Kleid getanzt … Ich kaufte mir die ersten Damenjeans, trug aber noch Bart. Ich verleugnete meine Männlichkeit nicht, wollte aber nicht länger dieses »Entweder Frau oder Mann«. Irgendwann habe ich meinen zweiten Vornamen zu Reinhild abgewandelt. Das mit dem Namen ist also etwas kompliziert bei mir.

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