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Tödliches Schmierentheater

von Armin Rohrwick vom 06.07.2018
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Roman. Dies ist ein ganz und gar ungewöhnliches Buch, das zu Recht mit dem Prix Goncourt, dem wichtigsten Literaturpreis Frankreichs, ausgezeichnet wurde. Auf nur 118 Seiten gelingt es Éric Vuillard, anhand einiger historischer Episoden den nationalsozialistischen Griff nach der Macht fulminant in Szene zu setzen. Die Genregrenzen überschreitend, entwirft er auf der Basis dokumentarischen Materials ein höchst eigensinniges Bild jener Zeit. Da sind etwa die 24 Repräsentanten deutscher Konzerne (wie BASF, Siemens oder I.G. Farben), die als quasimythische Gestalten inszeniert werden. In einem Geheimtreffen mit Hitler am 20. Februar 1933 öffnen sie unterwürfig ihre Schatullen für die neuen Herren. Später werden sie die vom Verbrecherstaat bereitgestellten Zwangsarbeiter ausbeuten.

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