Zur mobilen Webseite zurückkehren

Wie viel Religion verträgt die Kunst?

Die »documenta 14« zeigt: Ganz verschwunden ist die Religion aus der Kunst nicht. Aber sie wird immer mehr zum unverständlichen Relikt. Die Kirchen dagegen zeigen eigene Begleitausstellungen. Brauchen Kirche und Kunst einander oder benutzen sie sich nur?
von Anne Strotmann vom 21.07.2017
Artikel vorlesen lassen

Der Obelisk ragt in den Kasseler Himmel, 16 Meter hoch. Mitten auf dem trubeligen Königsplatz, wo Straßenbahnen halten, Straßenkünstler performen, Menschen vor Cafés sitzen. In vier Sprachen die goldene Inschrift: »Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt.« Eine Gruppe junger Männer liest die Inschrift auf Arabisch. Was sie vermutlich nicht wissen: Diesen Satz sagt Jesus im Matthäusevangelium. Noch vor dreißig Jahren hätte das fast jeder Passant gewusst. Säkularisierung, religiöser und kultureller Pluralismus machen es nicht mehr selbstverständlich. Der Künstler Olu Oguibe, Sohn eines christlichen Predigers und aus Nigeria geflohen, hat ihn als Provokation für evangelikale Christen in den USA gedacht, die Grenzen schließen wollen. Er selber sei gar nicht religiös, sagt Oguibe.

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0