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Verbieten allein reicht nicht

Die deutschen Bischöfe sehen die päpstliche Instruktion über Priester mehrheitlich kritisch. Nun wird ihnen Ungehorsam vorgeworfen. Das ist absurd.
von Michael Schrom vom 10.08.2020
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Gespanntes Verhältnis zu Rom: Deutschlands katholische Bischöfe während einer Vollversammlung. Foto: Friso Gentsch/dpa || Nur für redaktionelle Verwendung(pa/Friso Gentsch)
Gespanntes Verhältnis zu Rom: Deutschlands katholische Bischöfe während einer Vollversammlung. Foto: Friso Gentsch/dpa || Nur für redaktionelle Verwendung(pa/Friso Gentsch)

Die römische Kirche ist es gewohnt, Probleme durch Machtworte und – falls diese nicht befolgt werden – durch Ausschlüsse zu lösen. Nicht zufällig hat sich die Formel »Roma locuta, causa finita« (Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt) tief ins kollektive katholische, insbesondere ins bischöfliche, (Selbst)Bewusstsein eingefräst. Das ändert sich gerade. Nicht, weil die deutschen Bischöfe ungehorsam sind, wie es ihnen von römischen Kreisen unterstellt wird. Auch nicht, weil sie etwas gegen Pfarreien und deren Leitung durch Priester hätten. Sondern deshalb, weil das jüngste päpstliche Schreiben über die Rolle der Priester eine jahrzehntelange Entwicklung ignoriert und keinerlei Lösungsmodelle aufzeigt. Autorität, die nur im Verbieten besteht, ist aber das Gegenteil von Führungsstärke und geistlicher Vollmacht.

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