Fünf Frauen und ihre Schuldgefühle
Roman. Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde: Die fünf Frauen sind alle Mitte dreißig, und ihr Leben ist auf verschiedene Weise miteinander verknüpft. Sie sind Schwestern, Freundinnen – oder Feindinnen, etwa weil die eine der anderen den Mann ausgespannt hat. Alle fünf verlieben sich und leiden darunter. Denn, wie Brida feststellt, die Liebe ist »nicht steuerbar und nicht aufzuhalten. Jede Auflehnung gegen sie ist sinnlose Kraftverschwendung«. In ihrem Roman »Liebe im Ernstfall« stellt Daniela Krien das Dilemma von Frauen in der modernen Gesellschaft dar: Ihre Protagonistinnen genießen Freiheit in jeglicher Hinsicht. Eigentlich. Doch wie viel Freiraum haben sie tatsächlich in einer Gesellschaft, die die fürsorgliche Mutter und die Karrierefrau gleichermaßen zum Ideal erklärt? Die Schriftstellerin Brida etwa leidet, wenn sie nicht schreibt, weil sie die Kinder versorgt. Und sie leidet, wenn sie schreibt, weil sie dann die Kinder vermisst. Die Ärztin Judith verliert sich auf der Suche nach einem Mann in den Weiten des Internets. Nähe kann sie nicht zulassen, hadert aber mit ihrer Einsamkeit. Jorinde überlässt ihre Kinder ihrer Schwester Malika, um einen Film zu drehen. Und alle haben ständig Schuldgefühle – als sei dies eine Hauptbeschäftigung von Frauen.
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