Wirtschaft
Globalisierung gerechter gestalten
Energie wird knapp und teuer, auch viele andere Preise steigen, Trockenheit bedroht Natur und Ernten, die Gefahr, in Armut zu geraten, steigt – dazu kommen Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten. Zukunftsangst hat die Deutschen im Griff. Dabei ist es eine Illusion zu glauben, dass diese Krise bald vorbei sein wird. Im Gegenteil. Vieles spricht dafür, dass sich ein Wirtschafts- und Wohlstandsmodell dem Ende zuneigt, in dem sich die Deutschen gut eingerichtet haben: Deutschland importiert preiswert fossile Energie, billige Rohstoffe und günstige Konsumwaren aus Niedrigkostenländern – und exportiert dafür teure Technologie in die ganze Welt. Mit dieser Strategie der Globalisierung belegte Deutschland jahrzehntelang einen Spitzenplatz in der Exportweltmeisterschaft. Und erzielte ein Wachstum, das Finanzkonzerne und Investoren zufriedenstellte, aber auch Geringverdienern durch Billigprodukte, Jobs und Sozialleistungen den Eindruck vermittelte, auch ihr Lebensstandard würde steigen. Kritik an der Globalisierung und dem darauf beruhenden Wirtschaftsmodell wurde jahrzehntelang ausgeblendet. Doch jetzt spülen Pandemie, Klimakrise und der Ukrainekrieg die schwerwiegenden sozialen und ökologischen Folgen dieses Wirtschaftsmodells ebenso ans Tageslicht wie die Verletzlichkeit der Weltwirtschaft insgesamt.
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Wolfgang Kessler ist Ökonom und Publizist. Er war von 1999 bis 2019 Chefredakteur von Publik-Forum. Zuletzt ist von ihm erschienen: »Macht Wirtschaft! Ökonomie verstehen – und verändern«, Publik-Forum, 2021. Das Buch ist im Publik-Forum-Shop erhältlich, Best.-Nr. 3231

