Martin Luther King, Jr.
Der Traum ist noch lange nicht wahr
Dieser Tage jährt sich Martin Luther King Jrs. berühmteste Rede, bekannt unter dem Titel »I Have a Dream«, zum 60. Mal. Mit diesem Jubiläum wird sich auch die Wiederholung eines populär gewordenen Narrativs beobachten lassen: Es ist die Geschichte des friedlichen, guten und charismatischen Bürgerrechtsaktivisten, den Amerika ins Herz geschlossen hat. An ihm sollen sich diejenigen, die heute gegen Rassismus aktiv sind, ein Beispiel nehmen. Denn nur zu gerne vergleicht die heutige US-amerikanische Öffentlichkeit die in ihren Augen respektable Bürgerrechtsbewegung der 1950er- und 1960er-Jahre mit der angeblich disruptiven, gewaltsamen und allzu radikalen Black-Lives-Matter-Bewegung der Gegenwart.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Alexandra Hartmann lehrt und forscht am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Paderborn. Ihre Schwerpunkte sind u.a. African American Studies und US-amerikanische Ideengeschichte.

