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Klang von Indien und dem Morsealphabet

von Thomas Winkler vom 10.09.2021
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(Foto: tincturesmusic.bandcamp.com)
(Foto: tincturesmusic.bandcamp.com)

Gitarre und Klavier. Gitarrist Nishad Pandey lebt in Berlin, Pianist Aman Mahajan im indischen Bangalore. Wenn sie zusammen Musik machen, dann spannen sie den musikalischen Bogen nicht nur über den halben Erdball, sondern über Kulturen, Zeiten und Genre-Grenzen hinweg. Denn Tinctures tauchen auf ihrem Debütalbum »Heads and Tales« so tief ein in Jazz und improvisierte Musik, in Harmonien aus der indischen Folklore und Klänge aus der europäischen Klassik, dass das Ursprungsmaterial oft nur mehr zu ahnen ist. Die beiden haben sich vor fünf Jahren in Bangalore am Rande eines Konzertes kennengelernt und schnell beschlossen, zusammen zu komponieren. Dass sie sehr verschiedene Einflüsse mitbringen, ist allerdings nicht sofort zu hören. Das Klavier und die akustische Gitarre wiegen den Zuhörer mit ihrem traditionellen Klang erst einmal in Sicherheit, bevor der »Clash of Cultures« in einem Stück wie »Simple Machines« dann doch in Dissonanzen enden kann. »World 1-1«, das erste Stück, das die beiden zusammen entwickelt haben, und auch das erste Stück des Albums, endet in einer Sequenz, die ebenso von einer typischen indischen Phrasierung beeinflusst ist wie vom mechanischen Takt des Morsealphabets – wahrlich weltumspannend.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 17/2021 vom 10.09.2021, Seite 54
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