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Kommentar
Die allerletzten Tage

Der »Kuss von Spanien« symbolisiert das erbitterte Aufbäumen des sich unfreiwillig verabschiedenden Patriarchats.
von Nana Gerritzen vom 07.09.2023
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(Zeichnung: Klaus Stuttmann)
(Zeichnung: Klaus Stuttmann)

Das Problem beginnt schon bei der Umschreibung des Vorgangs. Vom »Kuss von Spanien« wird überall geschrieben. Ein Kuss ist aber etwas Schönes, ein Symbol der Liebe. »Es hat mir nicht gefallen«, sagt die spanische Nationalspielerin Jennifer Hermoso, als eine Mitspielerin nach der Begegnung mit Luis Rubiales, dem Präsidenten des spanischen Fußballverbands, fragt. Das kurze Gespräch zwischen den frischgekürten Weltmeisterinnen ist auf einem Handyvideo festgehalten, aufgenommen in der Umkleidekabine. In ihrer offiziellen Stellungnahme Tage später wird Hermoso noch deutlicher: »Ich habe mich verletzlich und als Opfer einer impulsiven, sexistischen und unangebrachten Handlung gefühlt, der ich nicht zugestimmt habe.« Eine treffendere Umschreibung für das, was ihr bei der Siegerehrung nach dem WM-Finale im Frauenfußball widerfuhr, wäre deshalb: Machtmissbrauch und sexueller Übergriff im Profi-Sport.

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