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Zerstört und zweckentfremdet

von Andrea Teupke vom 21.09.2018
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Bildband. Ein jüdischer Friedhof, von hohem Gras fast überwuchert. Eine ehemalige Synagoge, die als Club einer kommunistischen Jugendorganisation zweckentfremdet wurde: Der Fotograf Christian Herrmann hat Bilder wie diese in Moldawien, Polen, Rumänien und der Ukraine mit der Kamera festgehalten. Seine ruhigen Fotografien in gedämpften Farben zeigen zerstörte oder zweckentfremdete Synagogen, Grabsteine im Straßenpflaster oder Mesusa-Reste an den Türpfosten alter Häuser, Brachland, auf dem einst das jüdische Leben blühte, oder Mauern, die aus Grabsteinen gebaut wurden. Viele der Synagogen, die auf diesen Bildern zu sehen sind, verfallen und werden bald verschwunden sein, andere haben vielleicht durch die Umwidmung in Sport- und Kulturhallen noch eine Zukunftschance. Seit vielen Jahren bereist der 1962 geborene Kölner Fotograf, Blogger und engagierte Netzwerker Christian Herrmann Osteuropa und dokumentiert die Spuren jüdischer Lebenswelt und Kultur in Galizien, Bessarabien, Podolien oder in der Bukowina. Eine Auswahl seiner eindringlichen, nachdenklich machenden Bilder versammelt nun der Bildband »In schwindendem Licht«.

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