Mehr Freude, weniger Doppelmoral
Wenn die Kirche ihre Ämter für Frauen öffnet, wird sich der Umgang miteinander ändern. Von ganz unten bis ganz oben würde ein neues Bewusstsein entstehen: mehr Freude und weniger Klerikalismus. Es gäbe eine andere Seelsorge. Ich weiß, dass viele Frauen nicht gerne zu einem Mann zur Beichte gehen, weil sie sagen: Der versteht meine Lebenswelt gar nicht. Viele wünschen sich auch, dass eine Frau die Krankensalbung spendet. Da könnten Frauen ihr besonderes Charisma einbringen. Priesterinnen wie Priester sollten sich frei für oder gegen das Zölibat entscheiden. Dann gäbe es weniger Doppelmoral. Ich hätte nur Angst, dass ein Papst käme, der Frauen wieder verdrängen will.
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Jacqueline Straub, geboren 1990, ist katholische Theologin und Journalistin. Bekannt wurde sie durch einen Brief an Papst Benedikt XVI., in dem sie schrieb, sie wolle Priesterin werden.
