Die ewige Kanzlerin tritt ab
Angela Merkels schwieriges Erbe
Noch ist Angela Merkel Bundeskanzlerin. So manches publizistische Denkmal jedoch ist für die »Heilige Angela« in den vergangenen Monaten bereits errichtet worden. Im Juli dieses Jahres zum Beispiel erschien eine 800-seitige Biografie über »eine außergewöhnliche Frau«, »deren Politik ein ganzes Zeitalter geprägt hat«. Die Wochenzeitung Die Zeit hob die scheidende Kanzlerin kürzlich auf ihren Titel, nannte sie ein »Vorbild für viele Frauen«. Der Deutschlandfunk widmete ihr ein sechsteiliges Feature, in dem sie als »kühle, multilaterale Krisenmanagerin« gefeiert wird. Atomausstiegskanzlerin, Eurokanzlerin, Finanzkrisenkanzlerin, Flüchtlingskanzlerin, Klimakanzlerin, Corona-Kanzlerin – kein Klischee durfte beim Rückblick auf die 16 Merkel-Jahre im Kanzleramt fehlen. Zugleich fühlte sich der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet bis vor ein paar Wochen bereits als Merkel-Nachfolger im Kanzleramt. Einzig die Frage, wer denn an der Seite der Union regieren dürfe, schien noch offen.
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