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Das Venedig Gottes

Der Dichter Jehuda Amichai beschreibt Jerusalem als Hafenstadt.
von Christoph Strack vom 16.09.2025
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Jehuda Amichai (Foto: pa/zb/Manfred Krause)
Jehuda Amichai (Foto: pa/zb/Manfred Krause)

Jerusalem, die Heilige Stadt, »hoch gebaut und fest gefügt«, wie es in Psalm 122 heißt, eine Bergstadt fast – wird plötzlich Hafenstadt. Und der Tempelberg »ein Ozeanriese, ein prächtiger Vergnügungsdampfer«. Das titellose Gedicht von Jehuda Amichai (die Zahl »21« entspricht lediglich der Reihung) gehört zu dem Jerusalem-Zyklus, den der große und populäre Dichter 1967 verfasste. Mit dem Sechstagekrieg im Juni waren West- und Ostjerusalem nach 19 Jahren wieder vereint, der Ostteil der Stadt mit der Altstadt fortan besetzt. Und Amichai entdeckt diese Stadt bedichtend. Seine Jerusalem-Gedichte gehören zum Besten, was es an Lyrik über die so häufig besungene Stadt gibt. Sie ist ihm Wohnung und Welt, Vergangenheit und Zukunft, Hafen am Meer, Frage und Zusage.

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Schlagwörter: Jerusalem Lyrik Religion Stadt
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