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Die schwierige Bibel
Küssen oder kämpfen?

Viele Leserinnen und Leser beschäftigt die Frage, wie die kriegerischen Attribute Gottes zur Friedensbotschaft der Bibel passen. Dorothea Erbele-Küster über die Vision vom Frieden in Psalm 85.
vom 28.09.2025
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Das Bild, das dieser Psalmvers malt, vor allem der zweite Teil, wurde seit dem Mittelalter in der europäischen Kunstgeschichte prägend für Visionen von einer gerechten, friedvollen Gesellschaft – gerade in Zeiten des Krieges. Gerechtigkeit (iustitia) und Frieden (pax) werden in Gemälden, Kupferstichen und auf Medaillen als zwei Frauengestalten dargestellt, die ihre Wangen aneinanderschmiegen beziehungsweise aufeinander zugehen. Justitia ist häufig mit Waagschale und Schwert dargestellt, während Pax einen Lorbeerzweig in der Hand hält. Durch die Personifikation von Friede und Gerechtigkeit, so bereits im hebräischen Text, erhalten die Konzepte eine Dynamik und werden mit Handlungsmacht versehen. Zuneigung, Beständigkeit, Friede und Gerechtigkeit bleiben nicht abstrakt. Die göttlichen Attribute wie Güte und Treue werden in die menschliche Welt geholt. Dies geschah auch in der Umwelt des Alten Israel: So wird Gerechtigkeit, »Maat«, in Ägypten als Göttin dargestellt.

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