Pro und Contra
EU: Klare Kante gegen Italien zeigen?
Ja, denn das trifft ganz Europa
Das war zu befürchten: Die italienische Regierung rückt nicht von ihrem abenteuerlichen Schuldenkurs ab. Um ihre hundert Milliarden Euro teuren Wahlversprechen zu finanzieren, will die Regierung der Links- und Rechtspopulisten drei Mal so viel Schulden aufnehmen, wie mit der Europäischen Union ursprünglich vereinbart. Dabei schiebt Italien bereits den mit Abstand höchsten Schuldenberg der Eurozone vor sich her. Das Land lebt immer wieder über seine Verhältnisse, ohne Reformen anzupacken, und steuert damit langsam, aber zielsicher in eine gefährliche Schieflage. Die EU kann den vorsätzlichen Verstoß gegen die Euro-Spielregeln nicht dulden, wenn der Euro hart bleiben und der Stabilitätspakt nicht jede Glaubwürdigkeit verlieren soll. Gewiss, es droht nicht gleich die Staatspleite, aber es kommt etwas ins Rutschen: Für das Land wird es bereits teurer, sich Geld an den Finanzmärkten zu beschaffen.
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Christian Kerl, geboren 1961, ist Brüssel-Korrespondent der Funke-Mediengruppe, zu der deutschlandweit elf Tageszeitungen
gehören.
Wolfgang Kessler, geboren 1953, ist
Ökonom und
Chefredakteur von
Publik-Forum.
