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Aufatmen im Willkommensdorf

Die Solidarität mit Riace hält an, Ex-Bürgermeister Lucano ist zurück
von Elisabeth Voß vom 08.11.2019
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Zwanzig Jahre lang hat Riace, ein von Abwanderung betroffenes Bergdorf im süditalienischen Kalabrien, Geflüchtete aufgenommen (siehe Publik-Forum 3/2017). Die Regierung nahm die Aufnahmebereitschaft des Dorfes gern in Anspruch, Riace und sein Bürgermeister, Domenico Lucano, wurden dafür weltweit bekannt und mit vielen Preisen geehrt. Vor etwas mehr als zwei Jahren jedoch wurde die Auszahlung der staatlichen Fördermittel eingestellt, Lucano im Oktober 2018 verhaftet, unter Hausarrest gestellt, dann aus Riace verbannt. Die Willkommensprojekte wurden geschlossen. Lucano und dreißig weitere Einheimische wurden angeklagt, illegale Einwanderung begünstigt zu haben. Erst am 5. September – einen Tag nach dem Ausscheiden Matteo Salvinis als Innenminister – durfte Lucano das Dorf wieder betreten, ein Gericht hob das Verbot auf. Zwar sind die Verfahren gegen ihn noch immer anhängig, dennoch lebt das Dorf seitdem wieder auf.

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