Personen und Konflikte
Laura Murphy, Professorin für Philosophie an der Universität Sheffield mit Schwerpunkt auf Menschenrechten und moderner Sklaverei, darf ihre Forschungen zu Zwangsarbeit in China nicht weiter fortsetzen. Wie eine Recherche der Zeitung »Guardian« enthüllte, hat sich die Universität dem Druck Chinas gebeugt, obwohl sie zuvor die Resultate von Murphys Forschung zum Schicksal der Uiguren als »bahnbrechend« bezeichnet hatte. Murphy dokumentierte unter anderem, wie Angehörige der muslimischen Minderheit in der Region Xinjiang zu Arbeitsprogrammen genötigt werden, die staatlicherseits als Ausbildungsprogramme dargestellt werden. Zugleich untersuchte sie den Einfluss von Zwangsarbeit auf globale Lieferketten in der Solar- und Textilindustrie. China weist die Vorwürfe zurück, doch interne Dokumente belegen, dass Druck auf die Leitung der Universität ausgeübt wurde, die zu den größten Großbritanniens zählt. Gegenüber der FAZ sagte Murphy, man habe ihr gesagt, die Entscheidung sei mit Blick auf die Fürsorgepflicht gegenüber eigenen Mitarbeitern in Peking getroffen worden. Zudem fehle der Universität eine Verleumdungsversicherung. Dies sei jedoch kein Grund, »Angehörige der Fakultät zum Schweigen zu bringen«.
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