Menschwerden – aber wie?
Eine Botschaft, die ich als Kind verinnerlicht habe, lautete: Weihnachten wird es nicht einfach so von selbst. Ich muss etwas dafür tun. Meine Großmutter, sehr verwurzelt in der römisch-katholischen Kirche, stellte den Miniaturfuttertrog der Weihnachtskrippe schon im Advent gut sichtbar in eines ihrer Küchenregale. Immer wenn ich »etwas Gutes« tat, im Haushalt mithalf, mich brav und folgsam verhielt, nicht maulte oder widersprach, durfte ich den Trog mit einem Strohhalm mehr füllen. Wie ich mich zu verhalten und zu sein hatte, damit ich Strohhalme fürs Jesuskind verdienen konnte, damit es an Heiligabend weich liegen konnte oder überhaupt kam, das entschieden die Erwachsenen.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
