Streitfragen zur Zukunft Weihnachten feiern – auch ohne Jesus?
Schon immer kannte ich Weihnachten als Fest der Kirche und Familie und andererseits den Lichterglanz und Budenzauber. Doch Matthias Morgenroth bewertet den Rummel als das Echte und stellt den Glauben ins Abseits. Für sein sogenanntes Weihnachtsfest findet der Autor warme Worte: Schnee, Radio, Duft der Kindheit ... Dagegen ist das christliche Weihnachten, wie es im Evangelium geschildert wird, für ihn nur »Märchen« und »Spiel«. Was aber ist so utopisch an dem Ehepaar, das keinen Platz gefunden hat außer einer Höhle? 2000 Jahre später leiden wir immer noch unter Wohnungsnot! Die Windel war bei genauer Übersetzung ein Grabtuch. Was soll daran märchenhaft sein? In Kairo ist ein rauchender Müllhaufen die Herberge etlicher Kinder. Der Begriff »Glaube« kommt im ganzen Artikel nicht vor! Am Ende greift Morgenroth noch härter in die Saiten, wenn er die Kirche »als Hüterin der Tradition« bezeichnet. Weiß er nicht, dass die Kirche ein Bote ist, der den Glauben durch die Zeiten trägt? Dennoch bleibt anscheinend ein Molekül der Zuständigkeit bei den Kirchen. Nach langem Nachdenken erkenne ich die Sicherungsabsicht: Wir alle brauchen das Märchen von Weihnachten nicht, doch wir legen Wert darauf, dass eine winzige Minderheit an der Krippe singt und betet. Der Chefredakteur hätte eine Warnung anfügen müssen, nach dem Motto: Ich bin mir bewusst, das dieser Artikel einen Bruch mit einer zweitausendjährigen Tradition vollzieht. Bernd Giacomelli, Pfinztal
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