Ohne Gendergerechtigkeit kein Religionsfriede
Für viele interreligiöse Organisationen ist das Bekenntnis zu Gender und Gendergerechtigkeit »bestenfalls ein Lippenbekenntnis«, kritisierte Azza Karam, Religionswissenschaftlerin an der Notre-Dame-Universität in Indiana, USA, in ihrer Gastrede bei der Stiftung Weltethos Schweiz in Luzern. Die Muslimin mit ägyptischen Wurzeln sagte, sie sei »sicher, dass Berge versetzt werden können, wenn Religionen im Dienst der Menschheit zusammenarbeiten«. Allerdings böten »internationale interreligiöse Organisationen beste Beispiele dafür, dass der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert sein kann«. Die Ignoranz gegenüber Genderfragen müsse enden, sagte Azza Karam, die auch Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation »Lead Integrity« ist: »Wenn der interreligiöse Dialog nicht die Geschlechtergerechtigkeit stärkt und die Menschenrechte achtet, können wir keine Form von Frieden verwirklichen.« Unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität verdienten »alle Lebewesen eine faire Chance, gemeinsam zu leben«.
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