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Die Wehrdienstdebatte
Das menschliche Gewissen

Seit Aussetzung der Wehrpflicht 2011 mussten sich junge Menschen und ihre Familien nicht mehr mit dem Thema Krieg auf einer ganz persönlichen Ebene befassen. Und jetzt sitzen sie ratlos beim Abendessen am Tisch...
von Barbara Weiß vom 14.12.2025
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(Foto: Werner Eiermann)
(Foto: Werner Eiermann)

Wenn Anne mit ihren beiden erwachsenen Kindern beim Abendessen sitzt, wird es schnell auch mal politisch. Dass es bei den Diskussionen am Küchentisch um Krieg, ums Töten und um den Wehrdienst geht, ist aber relativ neu. Klar, zum achtzehnten Geburtstag bekam Leo vor zwei Jahren ein Werbeschreiben der Bundeswehr. Aber der Brief landete im Papierkorb und das Thema war vergessen. Jetzt hat der inzwischen 20-jährige Philosophiestudent ein anderes Lebensgefühl: »Ich finde es schon beängstigend. Volljährig und wehrfähig zu sein fühlt sich momentan nicht gerade angenehm an.« Seine Mutter, die in der Friedensbewegung der 1980er-Jahre erwachsen wurde, pflichtet ihrem Sohn bei. »Ich dachte, wir sind uns einig, dass wir das nicht mehr wollen – und auf einmal ist das alles vergessen, hat man so den Eindruck, so als ob jetzt alles anders ist.« Das Land verteidigen. Die Grenzen sichern. Frieden erhalten – aber wie? Annes Sohn Leo (alle Namen geändert) kann sich einen Dienst an der Waffe überhaupt nicht vorstellen. Es macht ihm Angst. Und er denkt, dass Probleme nicht gelöst werden, wenn man andere Menschen tötet.

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