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Das kann doch nicht sein
Verhängnisvolle Dynamik

Muss man tatsächlich davon ausgehen, dass offensichtlich regelmäßig nach zwei Generationen die postkatastrophische Tiefenerinnerung abreißt und romantisch-abstrakten Vorstellungen vom Krieg Platz macht?
von Harald Welzer vom 14.12.2025
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(Foto: 2024 Pro.Sto/Shutterstock)
(Foto: 2024 Pro.Sto/Shutterstock)

Unlängst bekam ich eine Einladung zur Jahrestagung der Katholischen Erwachsenenbildung in Wien. Die Veranstaltung hatte den Titel »Frieden lernen« und ich dachte: Donnerwetter, in Österreich trauen sie sich noch was. Und dann erschrak ich bei diesem Gedanken – denn niemand würde heute in Deutschland tatsächlich noch eine Tagung zum Thema »Frieden« machen. Der Pazifismus ist ja seit der sogenannten Zeitenwende medial und politisch zu etwas Bösem umcodiert und wird nur noch von denen vertreten, die entweder harmlos verschratet nicht mitbekommen haben, dass eben Zeitenwende dekretiert worden ist (die bemitleidenswerte Variante) oder sich gar absichtsvoll dem neuen bellizistischen Narrativ nicht anschließen mögen (die zu bekämpfende Variante). So oder so, der Pazifismus ist diskreditiert, und zwar begründungsfrei.

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Schlagwort: Pazifismus
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