Tierliebe
Die treuen Freunde alter Menschen
Christa K. ist 87, körperlich fit und geistig agil. Das Haus wird ihr zu groß, die Arbeit im Garten zu mühsam. Sie lebt allein, mit Tina, ihrem Welsh Terrier. Die Kinder wohnen weit weg und haben ja auch ihr eigenes Leben, sagt sie. Sie würde eigentlich gern in eine Wohnung ziehen, das Haus verkaufen, alles etwas kleiner und bequemer haben, aber eine Wohnung zu finden, in der ein Hund erlaubt ist, das sei schwer. Und Seniorenheime, die Tiere akzeptieren würden, gäbe es kaum. Ohne Tina aber ginge sie nirgendwo hin, sagt sie, Tina sei quasi ihr letztes Kind. »Das letzte Kind hat Fell«, heißt es ja, und bei ihr träfe das zu. Wenn Tina nicht mehr da ist – daran möge sie gar nicht denken. In ihrem Alter bekäme sie keinen Hund mehr und sie sei dann völlig allein. Das mache ihr Angst. Nicht das Älterwerden, aber das Alleinsein. Kein Lebewesen um sich zu haben, um das sie sich kümmern könne, das zuhöre, das einfach da sei. Und dem es egal sei, dass sie für manche Dinge eben etwas mehr Zeit benötige.
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Die Autorin arbeitet als Tierärztin in eigener Praxis

