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Selig , wer im An f ang steht

Die abenteuerliche Reise desThomasevangeliums.
von Matthias Morgenroth vom 18.02.2025
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Selig sind die Anfänger. Wirklich: Es gibt eine Seligpreisung der Anfänger. Steht nicht bei Matthäus oder Lukas, sondern bei Thomas. Dort sagt Jesus: »Selig ist, wer stehen wird im Anfang.« Das hat mich neugierig gemacht. Markus, Matthäus, Lukas und Johannes sind mit ihren Jesusporträts im Kanon der Bibel überliefert. Das Evangelium nach Thomas ist erst 1945 wiederentdeckt worden, und manche meinen, es sei ein göttlicher Fingerzeig für unsere Zeit mit unseren Herausforderungen, die einen solchen Text mit einem ganz anderen Zugang zu Jesus dringend brauchen könnte. Und ja, es verändert sich etwas, wenn wir den Blick weiten, über die vertraute Bibliothek der Bibel hinaus. Es gibt viele sogenannte »Apokryphen«, Zeugnisse aus den Anfängen des Christentums, die später von den Kirchenvätern, den ersten Theologen, aussortiert wurden, die aber Jesus auch als lebensbedeutsam erinnern, auf ihre Weise. Das interessiert mich. Und dann eben im Speziellen dieser Thomas, der die Anfänger seligpreisen lässt. 114 Logien sind es, Sprüche Jesu also, Gleichnisse, Zusagen, in denen merkwürdigerweise nicht ein einziges Mal das Wort Gott und auch nicht der Ehrentitel Christus vorkommt, die keine zusammenhängende Lebensgeschichte, keine Passionsgeschichte kennen, fast nichts vom Kreuz wissen und keine Auferstehung berichten – und trotzdem: einen Jesus, an dem man nicht vorbeikommt.

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