Das Spiel der Tiere
Tinka spielt! Ganz vorsichtig, leise, still für sich. Sie hat hinter meinem Schreibtisch einen kleinen Ball von den Katzen gefunden. Sie nimmt den Ball ins Maul, wirft ihn ein Stück von sich weg und holt ihn sich wieder, legt ihn zwischen die Pfoten und knurrt ihn leise an. Es sind nur ein oder zwei Augenblicke, dann blickt sie sich ängstlich um, duckt sich etwas, möchte nicht auffallen. Im Sommer vergangenen Jahres ist die Hündin in unser Leben geplumpst. Sieben Kilo leicht, circa acht Jahre alt, zutiefst verunsichert und sehr krank. Tinka kommt aus einem rumänischen Tierheim, wo sie abgegeben worden war. Von ihrer Vorgeschichte ist nichts bekannt, aber wie dort ihr Leben ausgesehen hat, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Doch jetzt, in diesem kurzen Moment, hat sie alles vergessen.
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