Wenn ich an die Zukunft denke …
Ich bin 24 Jahre alt. Also in jenem Alter, von dem alle sagen, dass ich mich einmal danach zurücksehnen werde. Das höre ich öfter und immer von Menschen, die diese Zeit bereits hinter sich haben: »Genieße die Zeit, das ist die beste deines Lebens.« Und da ist er wieder, dieser Zwiespalt. Für meine Gegenwart bedeutet das, die 2020er-Jahre voll auszukosten und jung zu sein. Es ist schön zu wissen, dass man gerade besonders glücklich sein kann, mitten im Leben steht oder es viel eher eigenständig antritt. Gleichzeitig belastet es mich auch manchmal, dass ich gerade jetzt besonders glücklich sein sollte. Denn was offenbart diese Bemerkung für die Zukunft? Dass sie schlechter wird als die Gegenwart. Oder zumindest anders, nicht so schön wie die 2020er-Jahre. »Genieße die Zeit, das ist die beste deines Lebens« klingt für mich manchmal so, als würde mir jemand zurufen: »Wenn nicht jetzt, wann dann!«
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Lena Spilger hat Germanistik studiert und danach ihre journalistische Ausbildung begonnen. Sie lebt in Frankfurt am Main.

