Klimakollaps
Die ungehorsame Lisa
Lisa Poettinger ist eine junge Frau, politisch, engagiert, meinungsstark. Die Bayerin fordert mehr Klimaschutz – wenn auch ohne große Hoffnung, wie sie selbst sagt. Viele Themen treiben sie in diesem Zusammenhang um: die Ungerechtigkeiten, die mit dem Klimawandel einhergehen, weil die Verursacher aktuell weit weniger von den Auswirkungen betroffen sind als die Länder im Süden, die Schere zwischen Arm und Reich, die bei uns immer weiter aufgeht, die Macht des Patriarchats, die Diskriminierung von Menschen mit Handicap, der Alltagsrassismus, die Ursachen von Migration und Flucht. Im oekom-Verlag ist gerade ihr Buch erschienen, mit dem sie versucht, diese Themen zusammenzubinden: »Klimakollaps und soziale Kämpfe – Über Klimaschutz in einer ungerechten Welt.« Einfach geschrieben und mit vielen Bildern und Grafiken, damit sich auch Menschen mit diesem wichtigen Themenspektrum beschäftigen, die keine Lust auf die Lektüre dicker Sachbuchwälzer haben. Zeit fürs Schreiben hatte sie reichlich, denn das Referendariat als Lehrerin wird ihr in Bayern verweigert. Dabei brennt sie für den Beruf, weil Bildung für sie »der Schlüssel zu Ermächtigung und Selbstbestimmung ist«. Und weil »man sich die Welt erklären können muss, um mündig zu sein«.
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Lisa Poettinger (29) hat Englisch, Schulpsychologie, Ethik, Environmental Studies sowie Deutsch als Zweitsprache auf Lehramt studiert. In Bayern wird ihr derzeit das Referendariat verweigert. Ihr droht ein Berufsverbot, das an den sogenannten Radikalenerlass in den 1970er- und 1980er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Statt Schülerinnen und Schülern Englisch beizubringen, arbeitet sie aktuell in einem Kindergarten und an einer Privatschule als pädagogische Begleitkraft für Inklusion.

