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Das Geheimnis des versöhnten Lebens

Unrecht vergeben und Abschied nehmen von der Opferrolle: Der Weg zur Vergebung ist lang und schmerzlich. Doch Psychologen sagen: Er führt in die Freiheit
von Gunhild Seyfert vom 03.04.2018
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Verzeihen bedeutet vor allem, auf etwas zu verzichten: Auf das Recht, dem anderen – laut oder leise, offen oder heimlich – Vorwürfe zu machen. Es bedeutet, das Aufrechnen sein zu lassen. (Foto: istockphoto/Meriel Jane Waissman)
Verzeihen bedeutet vor allem, auf etwas zu verzichten: Auf das Recht, dem anderen – laut oder leise, offen oder heimlich – Vorwürfe zu machen. Es bedeutet, das Aufrechnen sein zu lassen. (Foto: istockphoto/Meriel Jane Waissman)

Lange Zeit schrieb sie Briefe. Sie notierte ihre Gedanken, Gefühle und inneren Bilder und schickte sie an ihren Seelsorger. Es waren zarte Gesten einer Verwandlung: Gertrud W. wollte sich mit ihrer Vergangenheit versöhnen, die Briefe waren ihr Weg dazu. Zwölf Jahre nach ihrer Scheidung schrieb sie, damals 72 Jahre alt: »Ich kann nun die Dinge, die in meiner Erinnerung hochkommen – jetzt sind es auch viele gute! – in die Hände nehmen, als einen Teil meines Lebens bejahen und ganz behutsam in meinen imaginären Korb legen. Aber es ist kein Abfallkorb, sondern wie einer, in dem man Früchte sammelt.« Sie hatte begonnen, auch die dunklen Seiten ihres Lebens anzunehmen. Zu Ende war ihr Weg zur Versöhnung damit aber noch nicht.

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Schlagwörter: Vergebung Versöhnung
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