Aufgefallen
Protest gegen die Idole
Uli Hoeneß sprachlos zu machen, das haben noch nicht viele geschafft. Zumal mitten in dessen Revier: der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München. Hier konnte Hoeneß sogar die Fans beschimpfen (»Für die Scheißstimmung im Stadion seid ihr doch verantwortlich!«, sagte er 2007), sich als reuiger Steuer-Sünder inszenieren (2016) und wurde bejubelt. Schließlich hatte der Ex-Spieler, Ex-Manager und Ex-Präsident den Verein zu einem der größten der Welt gemacht. Diesmal aber war es anders. Die Stimmung war aufgebracht. »Wir sind die Fans, die ihr nicht wollt«, riefen viele der 780 anwesenden Mitglieder, mehr durften nicht da sein wegen Corona. Sie buhten, schrien, traten gegen die Sitzschalen. Da kam Hoeneß auf die Bühne. Eigentlich wollte er schlichten. Aber er sagte – nichts. Später, als er aus der Halle ging, hatte er die Sprache wiedergefunden. »Das war die schlimmste Veranstaltung, die ich je beim FC Bayern erlebt habe.«
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